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Aktionsform

B├╝chertisch

Infobox

Lernziel Kopf
Konkretisierung Sprachlich vermittelt
Aktivität für die Lernenden erarbeitend
Sozialform Einzelarbeit, Plenum
Lernphase Erarbeiten, Integrieren
Medien/ Material Tisch, Bücher und Dokumente, ggf. Dekoration
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Dauer 10−20 Min. (für Präsentation, Vorstellung)
Teilnehmerzahl Keine Einschränkung

auch: Stiller Dozent

Ein vorbereiteter Tisch im Seminarraum lädt die TN dazu ein, in ausgewählten Materialien (Bücher, Dokumente, usw.) selbstgesteuert nach neuen Lerninhalten zu suchen und darin ausgewählte Inhalte zu erschließen.

1. Einsatzmöglichkeiten

2. So wird’s gemacht

Im Vorfeld:

Vor dem Seminar:

Im Seminar:

3. Didaktisch-methodische Hinweise

Im Zeitalter digitaler Informationstechniken mutet der Büchertisch womöglich aufwendig und anachronistisch an. Jedoch: Der Wert analoger Lehrmedien findet sich nicht aus der Konkurrenz zu netzbasierten Wissensquellen, sondern vielmehr in der Kombination mit ebendiesen:

Das weltweite Internet und das analoge Medium ergänzen sich damit gegenseitig: Die TN lesen in einem Buch neue, interessante Aspekte und holen sich dann weitere Informationen aus dem Internet − und umgekehrt sowie mitunter auch parallel. Konsequenterweise sollte der Büchertisch im Seminar Anschlussstellen für netzbasierte Lehr- und Lernformen bereithalten, z.B. durch Links auf ausgewählte Online-Quellen, Videos, interaktive Methoden in geschlossenen Bereichen (z.B. Lernplattform) und offenen Communitys (z.B. soziale Netzwerke; vgl. auch E-Learning, Blog). Die TN wiederum können über Smartphone/Tablet Bezugsquellen von präsentierten Büchern, weitere Buchtitel usw. recherchieren.

Der Büchertisch ist weniger ein Medium, sondern vielmehr eine Aktionsform, die individuelle Lernprozesse auf hohem inhaltlichen Niveau anzustoßen vermag. Phasen des instruktivistischen Lehrens können mit Phasen selbstorganisierten Lernens sinnvoll verbunden werden. Die TN können hier schnell überprüfen, welche Quellen sie − nach dem Seminar − weiterverfolgen wollen und welche nicht. Der Büchertisch ersetzt damit nicht die eigentliche Lektüre, die passender zu Hause, auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder in der Muße des Urlaubs passiert.

Die Methode Büchertisch wird mitunter auch als „stiller Dozent“ bezeichnet, um die TN darauf hinzuweisen, dass sie für ihre Fragen und Interessen neben dem SL eine weitere Stelle im Seminar erhalten, die sie jederzeit ansteuern können. Die Rolle des SL ist damit primär die des Hinführenden, Beratenden, Kommentierenden, Erklärenden. Mit der Methode gibt der SL den TN einen gewissermaßen intimen Einblick in seine Wissensbestände, Bezugsquellen und eigenen Recherchestrategien. Er präsentiert sich als fachkundiger Experte auf Augenhöhe, der die TN in deren Expertise wertschätzt und zum gleichrangigen Fachgespräch einlädt.

Jene SL, die überwiegend mit interaktiven, teilnehmerorientierten Methoden arbeiten, finden im Büchertisch eine methodische Variante, um gleichzeitig ihre inhaltliche Kompetenz bzw. fachliche Reputation unter Beweis zu stellen. Und: Ein Büchertisch ist der passende Ort, wo SL unaufdringlich Werbung in eigener Sache machen können (z.B. Flyer für weitere Seminare, Auslage eigener Publikationen).

Tipps zur Umsetzung:

4. Vorteile/Chancen – Nachteile/Probleme

Vorteile & Chancen:

Nachteile & Probleme:

Autor: Ulrich Iberer