Was wir so mit uns herumtragen – Blick in den Trainerkoffer (Teil 5 – „das Spiel mit offenen Karten“)

Einen festen Platz in meinem Trainerkoffer haben nicht nur die Karten aus methoden-kartothek.de, sondern auch (Spiel-)Karten. Mittlerweile verfüge ich über einen großen Fundus an unterschiedlichen Kartensets, die ich reichlich und gerne in meinen Seminaren einsetze.

Kartenspiel im EinsatzSpielkarten für die Gruppenfindung

So nutze ich zum Beispiel ein Auto-Quartett aus meiner eigenen Kindheit für die Einteilung von Gruppen. Ich bereite die entsprechende Kartenzahl vor, lasse ziehen und habe dann sofort eindeutig benannte Gruppen (die „Mercedes-Gruppe“, die „VW-Gruppe“,..). Genauso kann man natürlich auch mit einem normalen Skat-Blatt verfahren, aber gerade die Quartett-Spiele haben sich bewährt. Diese gibt es nahezu zu jedem Thema, und häufig greifen Teilnehmer in der Pause noch zum Quartett, um ganz nostalgisch ein Spielchen einzulegen (“das ist ja wie früher auf dem Schulhof”).

Das Format des Kartenspiels bietet aber noch mehr. Im Buchhandel lassen sich zu vielen Themen spezielle Kartensets finden (z.B. „Sofortwissen kompakt“ aus dem heragon Verlag). Diese Kartensets folgen dem Prinzip einer klassischen Lernkartei: Zu einem Thema werden Aspekte und Fragestellungen auf die eine Seite einer Karteikarte geschrieben, auf die andere Seite kommt die Antwort oder Lösung. Nun kann man sich leicht selbst überprüfen, ob man die richtige Antwort weiß oder nicht. Wenn „Ja“, dann kann die Karte aussortiert werden. Wenn „Nein“, dann kommt die Karte zurück in den Stapel udn wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut gezogen. Darüber hinaus lassen sich Kartensets mit Rätseln, Bildimpulsen, Coachingaufgaben, usw. finden. Einige dieser Kartensets sind so umfassend, dass man sie fast schon als Seminarunterlage einsetzen kann.

BildimpulseDer Einsatz von Bildimpuls- und Rätselkarten

  • Bildimpulskarten in Kennenlernrunden: „Dieses Bild passt zu mir/habe ich mir ausgesucht, weil…“
  • Bildimpulskarten in Feedbackrunden: „Dieses Bild beschreibt meine aktuelle Stimmung…“
  • Als kleines Ritual: Legen Sie jedem Teilnehmer nach jeder Pause eine Rätselkarte an den Platz. Das fördert die Kommunikation und die Teilnehmer sind oft in der Pause schon gespannt: „Mal sehen, was jetzt für ein Rätsel kommt!“
  • Bildimpulskarten in Präsentations/Redetrainings (Übung zur freien Rede): Lassen Sie die Teilnehmer drei oder mehr Karten ziehen und zu diesen Bildern eine spontane Stehgreifrede halten.

KartensetsDer Einsatz von Wissenskarten

Ich setze die Wissesnkarten in erster Linie zur Transfersicherung ein. So gehe ich dabei vor:

  • Ich teile einen thematisch einheitlichen Kartenstapel in der Seminargruppe auf, so dass jeder Teilnehmer mindestens 10 Karten erhält (als Beispiel: In meinem Zeitmanagement-Seminaren vereine ich die Kartensets „Zeitmanagement“, „Work-Life-Balance“ und „Nein sagen“ aus dem Heragon Verlag und habe dann 150 Karten mit Tipps, Modellen und Hinweisen, die ich gleichmäßig auf die Teilnehmer verteile).
  • Ich bitte dann die Teilnehmer: „Wählen Sie aus dem Stapel die zwei Karten aus, die Sie am meisten ansprechen. Zum Beispiel weil es die wichtigste Erkenntnis aus dem Seminar ist; etwas das Sie ab jetzt nicht mehr vergessen wollen; etwas, das Sie von nun an umsetzen wollen. Geben Sie die restlichen Karten an den Sitznachbarn links weiter. Von rechts erhalten Sie ja nun neue Karten. Vielleicht ist etwas noch Passenderes dabei?“
  • Im anschließenden Rundgespräch darf man seine Wahl im Plenum vorstellen.
  • Eine der ausgewählten Karten darf mitgenommen werden. Ich schließe für gewöhnlich mit: „Eine der beiden Karten soll Sie ab jetzt begleiten. Wählen Sie aus den beiden Karten eine aus, die Sie zukünftig an dieses Seminar erinnern soll. Legen Sie die Karte dazu in Ihren Geldbeutel, kleben Sie sie an den Kühlschrank oder den Computermonitor.
    Und denken Sie häufig an unsere gemeinsamen Seminartage zurück!“

Planningpoker-KartenKarten – es geht noch viel mehr!

Das Spielkartenformat ist toll und vielfältig einsetzbar. Mittlerweile lassen sich zu überschaubaren Kosten auch Kartensets mit eigenem Logo und/oder selbstgestalteten Motiven und Inhalten anfertigen. Eine tolle Methode zum Einsatz in Teambesprechungen / bei der Moderation ist zum Beispiel Planning Poker – das verdient aber einen eigenständigen Blogbeitrag (und der folgt bald).

 

Bezugsquelle: Die  hier abgebildeten Titel der „Sofortwissen kompakt“-Reihe und die Bildimpulskarten  sind aus dem heragon Verlag (www.heragon.de). Der Bezug ist über den normalen Buchhandel möglich.

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