“Gruppenarbeit? Nicht mit uns!”

 

Haben Sie das auch schon erlebt, dass im Seminar die Ankündigung einer Gruppenarbeit mit einem Stöhnen quittiert wird: „Bitte nicht schon wieder!“. Glücklicherweise passiert das nur selten, aber trotzdem muss man sich fragen: Woher kommen die gelegentlichen Ressentiments gegen Gruppenarbeiten?

„Kritische“ Teilnehmerstimmen nach Gruppenarbeiten sind zum Beispiel:

  • Teilnehmerstimme 1: „Ich wusste gar nicht was wir tun sollen“
    Gerade bei Gruppenarbeiten ist es wichtig, dass der Seminarleiter eine saubere Anleitung liefert. Mit einem unpräzise formulierten Arbeitsauftrag sorgt man dafür, dass die Gruppe erstmal den Auftrag diskutiert. Dieser Einstieg ist nicht gerade motivierend für die weitere Bearbeitung einer Aufgabe.
    Tipp: Formulieren Sie die Arbeitsaufträge schriftlich aus. Geben Sie jeder Gruppe den Arbeitsauftrag auf einem Blatt mit!
  • Teilnehmerstimme 2: „Die Gruppe war so groß, da war ich gar nicht gefordert.“
    Aufgabenstellung und Gruppengröße müssen zusammenpassen. Wenn eine Gruppe in Untergruppen zerfällt, dann war die Gruppengröße von Anfang an zu groß gewählt!
    Tipp: Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Gruppe zu groß sein könnte, dann wählen Sie vorsichtshalber eine kleinere Gruppengröße!
  • Teilnehmerstimme 3: „Unser Dozent macht ausschließlich Gruppenarbeiten. Das ist stinklangweilig!“
    Ein „zu viel des Guten“ kann böse Folgen haben. Wenn Dozenten ausschließlich auf Gruppenarbeit setzen, dann wird auch diese Herangehensweise an ein Thema langweilig.
    Tipp: Wenn Sie gerne auf die Sozialform Gruppenarbeit setzen, dann sorgen Sie trotzdem für Abwechslung. Variieren Sie dazu die Form, in die Ergebnisse zu bringen sind, wählen Sie unterschiedliche Arbeitsmethoden, bilden Sie die Gruppen nicht immer mit dem gleichen Verfahren.
  • Teilnehmerstimme 4: „Das Thema war viel zu einfach. Wir waren nach fünf Minuten fertig.“
    Manchmal sind Themen zu einfach, manchmal nehmen die Gruppen die Arbeitsaufträge zu leicht.
    Tipp: Sorgen Sie für mehrstufige Aufgaben. Setzen Sie straffe Zeitvorgaben und lassen Sie keine lapidaren Themen bearbeiten.
  • Teilnehmerstimme 5: „Wir haben alle das gleiche Thema bearbeitet und wurden alle Ergebnisse der Reihe nach vorgestellt. Ab der zweiten Gruppe war es totenöde“!
    Wird durch jede Gruppe das gleiche Thema wiedergekäut, dann macht das häufig keinen Spaß.
    Tipp: Arbeiten Sie mit unterschiedlichen Arbeitsaufträgen. Wenn Sie den identischen Arbeitsauftrag für alle Gruppen wählen, dann sorgen Sie dafür, dass lassen Sie jede Gruppe der Reihe nach immer nur einen Aspekt vortragen.

Ein weiterer Tipp: Es ist ganz normal, dass manche Gruppen früher fertig sind als andere. Stellen Sie sicher, dass die anderen Gruppen in Ruhe weiterarbeiten können. Sorgen Sie dafür, dass die Gruppen, die bereits fertig sind sich nicht langweilen. Machen Sie Angebote wie einen Literaturtisch, legen Sie zum Thema passende Artikel aus Zeitschriften aus, bieten Sie Spielmöglichkeiten oder – ganz klassisch – die Möglichkeit zum Plausch bei Kaffee und Keksen.  Eine der Methoden, die ich in Seminare einsetze habe ich zur Bebilderung dieses Blogbeitrags verwendet: ein überdimensioniertes Mikado-Spiel!mikado4 Das kommt immer gut an!

Kennen Sie weitere “Gegenstimmen”, die laut werden wenn man Gruppenarbeit ankündigt?mikado2_

 

Jan-Torsten Kohrs

Jan-Torsten Kohrs

Seit 1999 sammelt Jan-Torsten Kohrs Erfahrung in vielfältigen Weiterbildungsprojekten – in der Industrie, bei Banken und an Hochschulen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Projekt-/Changemanagement und Soft Skills. Die besondere Leidenschaft gilt der Aus- und Weiterbildung von Trainern und der Workshop-Moderation.

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