Was machen Werwölfe und Vampire im Kommunikationstraining?

Kommunikationstrainings sind eine schwierige Sache, denn unsere Fähigkeit zu kommunizieren wandelt sich über die gesamte Lebensspanne. Der Einfluss, den ein dreitägiges Kommunikationsseminar haben kann ist im Vergleich deutlich begrenzt. Aber trotzdem haben solche Seminare ihre Berechtigung. Denn im Schonraum des Seminars lassen sich Verhaltensweisen erproben, reflektieren, hinterfragen – ohne negative Konsequenzen.

Wenn in einem Seminar auf den Aufbau kommunikativer Kompetenz abzielt wird, dann müssen auch dementsprechende Methoden eingesetzt werden – nicht dozentenzentriert, sondern mit einem hohen Maß an Teilnehmeraktivität.

Gelegentlich wird der Einsatz von Spielen im Seminar belächelt. Und sicherlich sollte man darauf achten, dass Spaß und Spiel auch den Seminarzielen dient. Spielerische Elemente können aber ein hervorragender Katalysator für den Kompetenzerwerb sein und machen absolut Sinn!

WerwolfHeute stelle ich im Blog ein Spiel vor, dass sich wunderbar für abendliche Runden bei mehrtägigen Kommunikationstrainings eignet: Die Werwölfe von Düsterwald (eine Variation des Spiels „Mord im Dunkeln“). In diesem Spiel geht es um die Bewohner den kleinen Dorfes Düsterwald. Dieses Dorf wird jede Nacht von Werwölfen heimgesucht. Jede Nacht wird einer der Dorfbewohner gebissen und mutiert zum Werwolf oder Vampir – allerdings ist tagsüber unklar, wer von den Dorfbewohner Werwolf ist und wer nicht. Zum Beginn des Spiels werden verdeckt Rollenkarten gezogen.

Die Nachtphase

Der Spielleiter (=Trainer) verkündet die hereinbrechende Nacht, in der alle die Augen schließen müssen. Auf ein Kommando dürfen die Werwölfe die Augen öffnen und einigen sich – non-verbal – auf ein Opfer. Ist die Einigung vollzogen verkündet der Spielleiter das Ende der Nacht. Alle öffnen die Augen und das ausgewählte Opfer wird informiert, dass es gebissen wurde. Wer gebissen wurde darf im weiteren Spielverlauf die Augen offen lassen, ist aber aus dem Spiel und darf sich nicht mehr aktiv beteiligen.

Die Tagphase

In der Tagphase versuchen sich die verbliebenen Dorfbewohner herauszufinden, wer wohl ein Werwolf ist. Man einigt sich auf eine Person, die wohl ein Werwolf ist (und die dieses natürlich vehement abstreiten wird). Denn Werwölfe werden prophylaktisch getötet. Bei diesem martialischen Vorgehen kann es natürlich auch passieren, dass man ein falsches Opfer bestimmt. Alle Werwölfe verhalten sich nämlich tagsüber wie normale Dorfbewohner.

Das Spielziel

Das Ziel der Dorfbewohner besteht natürlich darin als Menschen zu überleben, das Ziel der Werwölfe besteht darin alle Menschen zu beißen und damit zu Werwölfen zu machen. Wird der letzte Mensch gebissen bzw. der letzte Werwolf enttarnt, dann ist das Spiel vorbei.

Einsatz im Kommunikationstraining

Neben dem Spaß und einem hohes Maß an Interaktion und Kommunikation bieten sich vielfältige Möglichkeiten für die Diskussion im Seminar:

  • Körpersprache und non-verbale Kommunikation (der Einigungsprozess auf ein Opfer in der Nachtphase – über welche Signale hat man sich verständigt, was war verräterisch, etc.)
  • Überzeugen und Verhandeln (der Einigungsprozess der Dorfbewohner in der Tagphase – welche Argumente werden gebracht, wie erfolgt die Entscheidungsfindung,… )
  • Gefühlswelt bei Unterstellungen (wie fühlt es sich an, wenn man – vielleicht zu Unrecht – verdächtigt wird,…)
  • Rollen und Gesprächsführerschaft (wer führt das Wort und hat das sagen, wie verschafft man sich Gehör,..)

Sicherlich fallen Ihnen noch viele weitere Fragestellungen ein!

Die Spielausstattung

Das oben beschriebene Spielverfahren lässt sich leicht mit geringem Aufwand umsetzen. Für wenig Geld gibt es werwolfdas Spiel auch zu kaufen. Die kompakte Box kostet weniger als 10€, enthält hübsch gestaltetet Rollenkarten und eine Spielbeschreibung. Hier sind sogar noch viele weitere Rollen enthalten, die das Spiel auch für größere Gruppen attraktiv macht. Geeignet ist das Spiel in jedem Fall für Gruppen von 8  – 18 TN, eine Spielrunde dauert ca. 30 Minuten. Das Spiel ist im Spielwarenhandel erhältlich.

Haben Sie auch Spiele, die Sie im Seminar einsetzen? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen – wir sind gespannt!

Jan-Torsten Kohrs

Jan-Torsten Kohrs

Seit 1999 sammelt Jan-Torsten Kohrs Erfahrung in vielfältigen Weiterbildungsprojekten – in der Industrie, bei Banken und an Hochschulen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Projekt-/Changemanagement und Soft Skills. Die besondere Leidenschaft gilt der Aus- und Weiterbildung von Trainern und der Workshop-Moderation.

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