Fragen!?

Fragen sind das A und O für lebendige Veranstaltungen. Doch Fragen haben auch so ihre Tücken, die sich ganz gut durch folgende zwei Situationen beschreiben lassen, die Sie sicherlich kennen.

  • Situation 1: Sie stellen eine Frage an die Teilnehmer und auch nach längerem Abwarten kommt keine Antwort.
  • Situation 2: Sie bitten die Teilnehmer Fragen zu stellen und es kommt keine Wortmeldung.

Das Nichtantworten bzw. keine Fragen zu stellen kann unterschiedliche Beweggründe haben. Dies bedeutet jedoch natürlich nicht zwangsweise, dass die Teilnehmer wirklich keine Fragen bzw. Antworten haben und Sie unmittelbar gleich mit dem nächsten inhaltlichen Aspekt weitermachen müssen. Aus methodischer Sicht stehen unterschiedlichen Möglichkeiten für die Weiterarbeit zur Verfügung.

MinutenfrFragenage: Unterbrechen Sie Ihre Sitzung für 5-10 Minuten und lassen Sie Ihre Teilnehmer mindestens eine offene Frage (z.B. was ihnen noch unklar ist oder was sie beispielsweise noch konkreter wissen möchten) aufschreiben. Die Unterbrechung kann geplant oder intuitiv eingesetzt werden.

Fragen in Partnerarbeit: Fragen Sie nach, ob es Verständnisprobleme gibt und geben Sie ggf. ein Beispiel. Lassen Sie die Teilnehmer die Frage anschließend in einer fünfminütigen Partnerarbeit gemeinsam beantworten und besprechen Sie die Antwort dann im Plenum.

Teilnehmer generieren Fragen: Stellen Teilnehmer selbst Fragen, ist das mit einem großen Lernzuwachs für sie verbunden. Lassen Sie beispielsweise nach einer Textlektüre/Vortrag die Teilnehmer nicht die von Ihnen gestellten Fragen beantworten, sondern regen Sie sie dazu an, selbst weiterführende Fragen zum Text/Vortrag zu formulieren. Die Teilnehmer wechseln somit die Perspektive und erhalten noch einmal einen anderen Zugang.

Auch im Rahmen von Gruppenarbeiten können Teilnehmer für andere Teilnehmer Fragen entwickeln. Die Fragen werden zunächst in einer Gruppenarbeit erarbeitet und anschließend im Plenum besprochen. Bilden Sie hierzu Gruppen mit jeweils vier Personen (alternativ sind auch Gruppen mit 2 oder 3 Personen möglich). Teilen Sie den Gruppen ein Papier aus, auf dem in der Mitte ein rechteckiger Bereich markiert ist, der von vier Feldern umrandet wird. Jede/r hat nun die Möglichkeit innerhalb von 3 Minuten Fragen, die man zu einem Thema oder einem Text hat, in das ihm/ihr zugewiesene Feld einzutragen. Nach drei Minuten wird das Blatt Papier langsam im Uhrzeigersinn gedreht, so dass die TN die Fragen ihrer Gruppenmitglieder sehen können. Anschließend tauschen sich die Teilnehmer zu Ihren Fragen aus. Dabei sollen sie bereits versuchen, sich gegenseitig die Fragen zu beantworten. Im mittleren Feld werden alle noch offenen Fragen gesammelt, die die Gruppe anschließend an das Plenum oder an Sie stellen möchten.

Tipps im Umgang mit Fragen:

  • Stellen Sie einfache und kurze Fragen und achten Sie darauf diese verständlich zu formulieren.
  • Vermeiden Sie Kettenfragen und lassen Sie Denkpausen zu. Eine Frage kann von den Teilnehmern nicht immer schon nach 3 Sekunden beantwortet werden. Zögern die Studierenden mit Antworten, dann versuchen Sie Ihre Frage noch einmal anders zu formulieren.
  • Fassen Sie bei vagen Antworten evtl. mit einer Vertiefungsfrage nach (z.B. Was meinen Sie damit genau?).
  • Weisen Sie die Teilnehmer darauf hin, dass Fragen erwünscht sind und klären Sie wann diese gestellt werden sollen.
  • Nehmen Sie die Fragen ernst: Zeigen Sie dies durch gründliches Beantworten der Frage z.B. Habe ich Ihre Frage damit beantwortet?
  • Würdigen Sie die Antworten der TN und begegnen Sie ihnen mit Respekt.

Noch Fragen?

In unserer methoden-kartothek.de widmen wir dem Thema ein komplettes Special zum Thema “Fragen”.

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