Evaluations-Zielscheibe à la Fußball-WM

Und noch einmal greifen wir in diesem Blog die aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft auf: Die täglichen Berichterstattungen, Taktikanalysen und Spielerbewertungen in den Medien haben mich inspiriert, die Reflexion am Ende meiner Seminare mit „Fußball-Sprech“ zu gestalten.

In jedem Training stellen wir uns spätestens am Ende des Workshops die Frage: Wie ist es gelaufen? Die Frage kann auf unterschiedliche Weise und vor allem mit unterschiedlichen Methoden und Mitteln beantwortet werden. Von Auftraggebern erhalte ich in der Regel standardisierte Evaluationsbögen, leider nicht immer bekomme ich (als Trainerin) die Ergebnisse zeitnah rückgespiegelt. Der Nutzen zur Selbstreflexion und zur Weiterentwicklung des Seminarkonzepts ist außerdem sehr stark vom Fragebogen selbst abhängig.

Meine Alternative oder Zusatz zum Fragebogen ist die Evaluations-Zielscheibe, mit der ich regelmäßig im Seminar arbeite. Sie kommt bei den Teilnehmern immer sehr gut an und durch den vielfachen Einsatz habe ich inzwischen gute Vergleichswerte für mein eigenes Trainings-Controlling.

EvaluationszielscheibeVorüberlegungen:

  • Zu welchen Aspekten Ihres Trainings möchte ich eine Rückmeldung erhalten? Die Bandbreite an Qualitätskriterien ist groß: Methodenvielfalt, Struktur, Lernaktivierung, Struktur, Atmosphäre in der Gruppe, Präsentationsleistung, Inhalte usw. Für mindestens vier, maximal Kriterien ist in der „Zielscheibe“ Platz. Jetzt, in Zeiten allgemeiner Fußball-Euphorie, spiele ich gerne mit Fußball-Kategorien: „Zusammenspiel“, „Offensiv-Verhalten“, „Spielkultur“ usw.
  • In welchen Bewertungsstufen sollen die Teilnehmer bewerten? Bewährt haben sich in meinen Seminaren vier Stufen („Ringe“), z.B. von „sehr gut“, „gut“, „zufriedenstellend“ bis „nicht zufriedenstellend“.
  • Nun kann die Zielscheibe gezeichnet werden.

Durchführung:

  • Anpfiff: Zum Start der Bewertung stelle ich die Evaluationszielscheibe vor und erkläre die Vorgehensweise sowie die inhaltlichen Themenschwerpunkte.
  • Jeder Seminarteilnehmer erhält so viele Klebepunkte, wie es Themenschwerpunkte auf der Evaluationszielscheibe gibt.
  • Die Bepunktung wird je nach Absprache öffentlich oder anonym durchgeführt.
  • Dabei gilt: Je näher der Selbstklebepunkt ins Zentrum der Zielscheibe gepunktet wird, desto besser wird der jeweilige Themenbereich bewertet.

Reflexion im Seminar:

  • Noch im Seminar nehme ich nach der Bepunktung kurz Stellung zu den Bewertungen und kommentiere diese.
  • Die Bepunktung ergänze ich öfters durch Sprechblasen zu den jeweiligen Themenfeldern, um mehr offenes Feedback zu erhalten. Bei längeren Sitzungen hole ich mir zudem noch Rückmeldung über ein Blitzlicht.

Auswertung im Nachgang:

  • Nach jedem Seminar zähle ich die Punkte und notiere sie in meiner Excel-Übersicht. Die Übersicht gibt mir im längeren Zeitverlauf nochmals gute Hinweise.

In der methoden-kartothek.de habe ich die Methode „Evaluationszielscheibe“ in ihrer klassischen Form detailliert beschrieben – viel Spaß!

Michaela Wörner

Michaela Wörner

Michaela Wörner ist Diplom-Pädagogin mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung. Als Trainerin und Gesellschafterin von methodium kann sie neben ihrer Teamleiter-Tätigkeit am Didaktikzentrum der Hochschule Esslingen ihrem besonderen Interesse nachgehen: Lebendige und innovative Seminarmethoden sowie der damit verbundenen Weiterentwicklung der methoden-kartothek.de. Schwerpunkte ihrer Berater- und Trainertätigkeit liegen insbesondere auf dem Gebiet Qualität im Rahmen von Bildungsprozessen mit dem Fokus auf Evaluation, Bildungscontrolling und Qualitätsmanagement.

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