Eine Methode für wahrlich überraschende Vorstellungsrunden

Heute Morgen hat mich ein Teilnehmer aus einem der zurückliegenden Train-the-Trainer-Seminar angeschrieben.

„Hallo Jan,

ich hoffe es geht dir gut. Mal wieder brauche ich ein wenig Unterstützung.
Ich habe nächste  Woche eine Schulung, zu der die Teilnehmer aus ganz Europa in die Schweiz kommen werden.Hast du noch weitere Varianten von Kennenlernspielen, die sich dafür anbieten würden? Ich hätte gerne was Ungewöhnliches und Witziges… “

Der Seminareinstieg ist in meinen Augen die beste Möglichkeit, die Teilnehmer gleich gut einzustimmen und für sich zu gewinnen. Deshalb lege ich auf die Kennenlern-Phase auch in meinen Trainer-Seminaren immer viel wert. Auch in Methoden-Kartothek-de sind zahlreiche Methoden beschrieben, mit der man den Einstieg in das Training positiv gestalten kann.

Meine Antwort (mit Anregungen, die ich damals im Seminar nicht präsentiert hatte :
„Gerne kann ich dir noch Anregungen geben. Probier es doch mal mit einer Überraschungsei-Vorstellung. Besorge dazu für jeden Teilnehmer ein Überraschungsei. Das wird zu Beginn ausgegeben und geöffnet. Die Teilnehmer zeigen nun der Reihe nach das Spielzeug und versuchen eine Verbindung zur eigenen Person herzustellen (z.B. Minikatapult „mich hat es in diese neue Position katapultiert, ich habe kürzlich noch was fachlich ganz anderes gemacht; Pinguin-Figur: „ich träume schon immer von einer Reise in die Antarktis“ oder auch „bei Pinguin muss ich daran denken, dass ich kürzlich das erste Mal einen Smoking anhatte, weil ich zu einer Cocktailparty mit James-Bond-Motto eingeladen war usw.“  Das funktioniert immer gut und macht eine Menge Spaß.

 

 

Nachdem es sich um internationale Runde handelt noch folgende Anregung: Druck eine Europakarte möglichst groß aus und gib jedem Teilnehme einige Klebepunkte. Überlege dir eine Reihe von Fragen, zum Beispiel:

„Aus diesem Land stammt mein liebstes Essen (nicht: Heimatland) “
„In diesem Land (nicht: Heimatland) mache ich meinen nächsten Urlaub“
„In diesem Land (nicht: Heimatland) habe ich Verwandtschaft“
und so weiter

Nach jeder Frage kleben die Teilnehmer einen Klebepunkt in das Land Ihrer Wahl. Das machen alle gleichzeitig. Danach stellst du einige und du stellst du einige Fragen, z.B. „Hier hat jemand ein norwegisches Lieblingsessen – da kann ich mir gar nichts drunter vorstellen. Ich bitte um Aufklärung!“, „Hier macht jemand Urlaub in Albanien, das ist eher unüblich, oder? Wer hat denn diesen Punkt geklebt?“ usw.

Zum Schluss kommt noch die Frage: „In diesem Land wohne ich“. Dabei kleben die  Teilnehmern die Pumkte nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander. Jetzt darf jeder auch noch drei Sätze über sich sagen. Der große Vorteil: Man hat davor schon das Eis gebrochen und Interesse füreinander geweckt!“

Vier Dinge in einem Ei: Spannung, Spiel, Schokolode und Kennenlernen – ich nenne das „Die Ü-Ei-Methode“! Aber lassen Sie beim Einkauf die Finger von den neuen rosa Überraschungs-Eiern „speziell für Mädchen“. Ich hatte diese fragwürdige Neuerungen auf dem Ü-Ei-Markt einmal versehentlich gekauft und im Seminar eingesetzt – da ist es den Teilnehmern zum ersten Mal schwer gefallen geeignete Assoziationen zu finden.

Jan-Torsten Kohrs

Jan-Torsten Kohrs

Seit 1999 sammelt Jan-Torsten Kohrs Erfahrung in vielfältigen Weiterbildungsprojekten – in der Industrie, bei Banken und an Hochschulen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Projekt-/Changemanagement und Soft Skills. Die besondere Leidenschaft gilt der Aus- und Weiterbildung von Trainern und der Workshop-Moderation.

5 Comments

  1. Vielen Dank für den Tipp! Es lohnt sich wirklich, regelmäßig hier vorbeizuschauen. Ich habe die Methode gestern im Seminar ausprobiert. Die Ü-Ei-Methode kam super an und hat allen Spaß gemacht. Außerdem sind der Kreativität mit der weiteren Verwendung der Figuren keine Grenzen gesetzte, z.B. könnte man mit den Figuren Aufstellungen machen, Gruppenfindung/einteilung, Gruppenfotos (zur Erinnerung),…

  2. Hallo,
    ich hatte gestern ein eskalationsworkshop zwischen Vertrieb und Produktsegment. wo beide Teams sich schon 1 Jahr lang nicht einig würden. Ich bin gestern als Mediator aufgetreten und bin angefangen mit den Ü-ei Methode. Das war super.
    Das war ein von meinen besten Workshops.!

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