Der schwierige Einstieg ins Seminar…

Ein gelungener Einstieg ins Seminar ist von besonderer Bedeutung. Denn ist die Eröffnung geglückt, dann läuft die Veranstaltung in der Regel auch gut weiter. Auch die Fülle an Ideen und Methoden für die Startsequenz ist groß – allerdings sind längst nicht alle Varianten des Kennenlernens/Einsteigens geeignet. So musst die Wahl der richtigen Methode natürlich zur jeweiligen Gruppe und der Zielsetzung passen. Und der zeitliche Rahmen muss stimmig und angemessen sein.

Auch hier im Blog habe ich schon einige Artikel zum Thema Eröffnung verfasst (https://www.methodium.de/tag/seminareinstieg/). Und obwohl die Situation eine für Trainer durchaus übliche ist, sorgt sie häufig doch auch für viel Kopfzerbrechen. Auch bei erfahrenen Dozenten, wie diese Anfrage zeigt, die mich per Mail erreicht hat:

Hallo lieber Jan-Torsten Kohrs,

Ich führe seit mehreren Jahren Leadership Kurse durch. Bei einer Internet Recherche bin ich auf Ihre sehr interessante Seite mit vielen Informationen gestoßen.

Vielleicht können Sie mir helfen: Ich habe nächste Woche einen Workshop, in dem die Teilnehmer anhand von Bilder kurz 1-2 ihrer größten Erfolge in 2019 darstellen. Da wir 18 Teilnehmer haben, besteht bei mir die Sorge, dass es irgendwann sehr langatmig wird… Haben Sie eine Idee, wie dieser Part etwas interaktiver gestaltet werden kann?

Ich (vor-)freue mich auf eine Antwort

Herzlichst

Jeanette XXX

Darauf habe ich natürlich gerne geantwortet (und by the way – ich finde die Arbeit mit Bildimpulskarten meistens eher so “mittel”, da häufig zu wenig oder kaum inspirierende Bilder eingesetzt werden).

Liebe Frau XXX !

Vielen Dank für Ihre positive Rückmeldung zu unserem Blog! Das freut mich natürlich!
Ihre Bedenken bezüglich der Langatmigkeit bei 18 TN kann ich gut nachvollziehen – das Risiko besteht meines Erachtens tatsächlich.
Ich weiß jetzt ja nicht viel über das weitere Settingm ahbe aber spontan diese Gedanken dazu-

Variante 1:
Sie wählen eine komplett andere Methode. Ich hänge Ihnen mal eine Methodenbeschreibung an. Dort finden Sie das “Autogramm-Bingo” beschrieben. Das funktioniert bei Gruppen dieser Größe sehr gut.

Variante 2:
Sie beschränken die Redezeit beim Vorstellen der Erfolge auf eine Minute (vielleicht verdeutlicht mit Sanduhr oder Countdowntimer). Danach sind maximal drei Rückfragen aus der Runde zugelassen.

Variante 3:
Sie splitten die Gruppe in drei bis vier Kleingruppen auf in denen die ausführliche Vorstellung erfolgt. Dann bekommen zwar nicht alle Alles mit, man könnte das aber noch ausbauen indem man den Auftrag ausgibt in den Kleingruppen zu jedem “Erfolgsbild” drei beschreibende oder witzige Hashtags zu finden. Diese sollen auf Karten geschrieben werden.Das Bild, die Hashtags und eine Karte mit dem Namen wird dann zusammen angepinnt und nicht weiter kommentiert. Vor der Kaffeepause kann man ermuntern die Sammlung anzuschauen. Nun kann man ggf. auf Personen zugehen, zu der man noch Fragen hat.

Helfen Ihnen diese Gedanken weiter? Lassen Sie mich gerne wissen wie Sie schlussendlich vorgegangen sind!

Viele Grüße aus Stuttgart
Jan-Torsten Kohrs

Die erwähnte Methodenkarte können Sie hier herunterladen.

Jan-Torsten Kohrs

Jan-Torsten Kohrs

Seit 1999 sammelt Jan-Torsten Kohrs Erfahrung in vielfältigen Weiterbildungsprojekten – in der Industrie, bei Banken und an Hochschulen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Projekt-/Changemanagement und Soft Skills. Die besondere Leidenschaft gilt der Aus- und Weiterbildung von Trainern und der Workshop-Moderation.

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