Der Reifungsprozess eines Seminars: Das ADA-Prinzip

 

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In der zurückliegenden Woche habe ich methoden-kartothek.de im Rahmen eines Kurzvortrags beim GABAL-Regionalabend in Stuttgart vorstellen können. Der Raum war proppenvoll und die Kartothek kam gut an. Ein besonderer „Aha, das ist eine gute Sache!“-Moment beim Publikum war der Zeitpunkt, als ich den ausgeleiteten Seminarplan und die darin enthaltene Packliste gezeigt habe. Denn das ist das, was Trainer schätzen: Ein ausgedruckter Leitfaden mit allen wichtigen Informationen.

Seminarfahrplan

Natürlich ist es schön, wenn ein Seminar so gut geplant ist, dass bereits der „erste Schuss“ sitzt. Wer Seminare zu einem Thema mehrfach durchführt, wird aber in der Regel einen Veränderungsprozess feststellen. Ein initiales Konzept dürfte sich bei den meisten Trainern im Laufe der Zeit spürbar verändern – es reift.

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Anders als bei gutem Wein passiert die Reifung nicht durch Lagerung, sondern durch Anwendung.

 

In diesem Zusammenhang habe ich auf einer Seite für Lehrer interessante Ausführungen gefunden. Auf www.lehrerfreund.de  beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema Unterrichtsvorbereitung. An einen Beispiel aus der Schule wird beschrieben, wie viel Zeit und Nerven eine nicht-systematische und unstrukturierte Vorbereitung letztlich in Anspruch nimmt. Auch die Grundanforderungen an einen Stundenentwurf oder Seminarplan sind dort ganz in meinem Sinne formuliert:

Zitat: “

  • Geplante Stundenverläufe sollen auch in Zukunft zugänglich und nutzbar sein, ebenso gemachte Unterrichtserfahrungen.
  • Abweichungen bei der Unterrichtsdurchführung gegenüber der Stundenverlaufsplanung müssen festgehalten werden und in die Planung der nächsten Stunde einfließen.
  • Organisatorische Details, die während des Unterrichts entstehen (…), müssen festgehalten und aufbereitet werden (…)).
  • Die Organisation des Komplexes “Unterrichtsverlauf planen”, “Unterricht durchführen”, “Unterricht nachbereiten” soll möglichst wenig Zeit und Energie verschlingen.“

Auch dem Vorgang des Ausdruckens und Überarbeitens hat man einen schönen, griffigen Titel vergeben: Das ADA-Prinzip. Ich wende das schon lange so an, jetzt habe ich auch endlich einen Namen dafür :-)!

A – Ausdrucken:
Ein fertiger Seminarplan wird ausgedruckt und als Richtschnur für die Durchführung mit in das Training genommen. Die Planung erfolgt sinnigerweise am PC – zum Beispiel in methoden-kartothek.de

D – Durchführen:
Es können sich in der Durchführung immer Abweichungen vom Plan ergeben. Spontaneität und Improvisation sind immer dann positiv, wenn man in der Lage ist auf Situationen zu reagieren und von bestehenden Plänen abzuweichen. Wenn dies geschieht, dann dokumentiert man diese Abweichungen direkt  handschriftlich im ausgedruckten Plan.

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A – Aktualisieren:
„Nachbereitung“ gehört wohl bei den wenigsten Dozenten, Trainern oder Kursleitern zu den Lieblingsbeschäftigungen. Bei einer Seminarplanung in Excel oder in methoden-kartothek.de lassen sich die Notizen aus dem Seminar aber einfach und schnell einpflegen. Und diese Zeit sollte man sich nehmen. Ganz einfach, weil man die die eigenen Aufzeichnungen besser versteht, so lange die Erinnerung noch frisch ist (oder verstehen Sie alle ihre handschriftliche Notizen, die älter als 4 Wochen sind noch?) . Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man die Notizen dann ins Altpapier entsorgen kann. Das hilft auch – ganz im eigentlichen Wortsinn –  gegen das „Verzetteln“!

Quelle „lehrerfreund“:
http://www.lehrerfreund.de/schule/1s/unterrichtsvorbereitung-ada-system/3772

Infos zu GABAL:
www.gabal.de

Jan-Torsten Kohrs

Jan-Torsten Kohrs

Seit 1999 sammelt Jan-Torsten Kohrs Erfahrung in vielfältigen Weiterbildungsprojekten – in der Industrie, bei Banken und an Hochschulen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Projekt-/Changemanagement und Soft Skills. Die besondere Leidenschaft gilt der Aus- und Weiterbildung von Trainern und der Workshop-Moderation.

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