Das kleine Trainer- und Moderatoren-1×1: Entscheidungen in Gruppen herbeiführen (Teil 1)

Trainer, Dozenten, Coaches und vor allem Workshop-Moderatoren kennen die Situation: eine Entscheidung steht an – und die Gruppe tut sich schwer damit. Oft richtet sich dann der Blick hilfesuchend auf den Moderator – in der Hoffnung, dass dieser mit einem methodischen Kniff den zähen und häufig unbefriedigenden Entscheidungsprozess abkürzen möge. Und in der Tat gibt es eine ganze Reihe von Methoden mit denen sich der Entscheidungsprozess in Gruppen günstig(er) ausgestalten lässt. Für die Wahl der richtigen Entscheidungs-Methodik muss man allerdings auch immer Vor- und Nachteile abwägen. Denn keine Methode kommt ohne Nebenwirkungen aus.

Die klassische Variante: Abstimmung /Wahl

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Bei der Abstimmung kann man entweder offen (mit Handzeichen) oder verdeckt (mit Stimmzetteln) arbeiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Verfahren ist einfach, muss nicht großartig erklärt werden und liefert schnell ein Ergebnis. Allerdings hat die einfache Abstimmung auch negative Seiten. So gewinnt die Variante, die die meisten Fürsprecher hat – und das muss nicht zwingend die Entscheidungsoption sein, die den größten Rückhalt in der Gruppe findet!

Der Moderations-Klassiker: „Punkten“

entscheiden-in-gruppen-mit-punktenÜber eine Punktabfrage kann das Entscheidungsbild differenzierter ausfallen. Hier ist es möglich, dass man nicht lediglich eine Stimme abgibt, sondern sein „Punktebudget“ auf mehrere Entscheidungsoptionen aufteilt. Der Klassiker der Moderation funktioniert in der Regel mit Klebepunkten an der Pinnwand (ich vergebe dabei in der Regel halb so viele Klebepunkte wie es Entscheidungsgoptionen gibt).

Natürlich lässt sich diese Punktevergabe auch abstrakt über einen Stimmzettel abbilden („Sie haben 100 Punkte. Verteilen Sie diese auf die Entscheidungsoptionen!“) In diesem Fall muss man die Einzeleinschätzungen in einem zusätzlichen Arbeitsschritt auszählen und in ein Gesamtergebnis überführen.

Ausgefeilt und mit System:
Ergebnis über eine Rangreihenbildung ermitteln

entscheiden-in-gruppen-mit-rangreihenbildungAuch bei dieser Variante müssen Einzeleinschätzungen in ein Gesamtergebnis zusammengeführt werden. Während sich die meistgewünschte Entscheidungsausprägung beim Abstimmen und Punkten über die Zahl der Zustimmungspunkte oder- Stimmen ergeben hat, wird es bei der „Rangreihenbildung“ ausgefuchster.
Alle Entscheidungsausprägungen werden aufgelistet und dann individuell in eine „Wunschreihenfolge“ gebracht, also die beste Variante auf den Platz 1, die zweitbeste auf Platz 2, etc.
Diese Platzierungen werden dann aufsummiert. Der Spitzenreiter (= „beste Entscheidungsausprägung“) ist dann der mit der in Summe niedrigsten Rangziffer.

Ausblick:

Das war es noch nicht!  Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer „gruppentauglicher“ Entscheidungsverfahren. Hier geht es zum zweiten Teil der Reihe.

 

 

 

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