Welche innovative Aspekte die Arbeit mit Tieren in der Weiterbildung entfalten kann, hat Ulrich Müller in unserem Blog ausführlich beschrieben („Was sucht das Pferd im Training“). Auch wenn sich in meiner persönlichen Lehrpraxis dieses Trainingsformat noch nicht erschlossen hat, bin ich doch inzwischen auch „auf den Hund gekommen“. Immer öfter unterstützen mich Tiere sehr erfolgreich beim Unterrichten – nicht in lebender, sondern in bildhafter Form.

Bei der Suche nach einer passenden Visualisierung für meine Präsentationsfolien kam ich zuletzt eher zufällig in Berührung mit verschiedenen Fotoportalen. Hobby- und Berufsfotografen veröffentlichen in diesen Online-Portalen ihre digitalen Fotografien, versehen sie mit einfachen Schlagworten und kommentieren gegenseitig fototechnische Details. Mein Interesse war weniger die künstlicherische Raffinesse an diesen Bildern. Ich war schlicht auf der Suche nach einem besonderen Foto für die Schlussfolie meiner Präsentation und ich war überrascht, wie reichhaltig und vielfältig sich der Fundus hierfür erwies.

Es waren vor allem die Fotoaufnahmen von Tieren in freier Wildbahn, die mich schnell in den Bann gezogen haben: Neugierige Affen, entspannte Bären, hungrige Vögel und ermüdete Katzen. Die aufgeweckte, emotionale Stimmung begeisterte nicht nur mich, sondern auch die Seminargruppe: Schmunzeln, Raunen, Lachen in den Gesichtern der Teilnehmer, als die weiten Augen eines Schlittenhundes das Plenum anblickten.

Quelle: Deror Avi auf wikimediaCommons – CommonCreative

 

Inzwischen ist es beinahe ein festes Ritual bei der Gestaltung meiner Präsentationsfolien geworden, an passenden Stellen im Seminarverlauf großflächige Tierfotos einzubauen, beispielsweise …

  • als gezielter überraschender Impuls, z.B. bei der Begrüßung oder Verabschiedung der Seminarteilnehmer,
  • zur Aufmunterung beim Einstieg in Arbeitsaufträge, v.a. in der Anleitung von Gruppenaufgaben;
  • als bildhafte Metapher, um inhaltliche Aussagen (Botschaften) zu visualisieren, die mit Worten nur schwer zu fassen sind;
  • bei sehr „trockenen“ Sachthemen, vor allem wenn diese fachlich bedingt mit viel Text erläutert werden müssen.

Die emotionale Wirkung der Tierfotos stellt sich vor allem dann ein, wenn die Tiermotive aus Makroperspektive abgebildet sind (d.h. mit starken Fokus auf das Tiergesicht und geringer Tiefenschärfe) und im Seminar großflächig präsentiert werden (via Beamer). Die didaktische Wirkung oder inhaltliche Aussage verstärke ich bisweilen mit zusätzlichen Schlagworten, kurzen Sätzen oder Aufforderungen direkt im Bild. In diesem Fall lasse ich quasi das Tier stellvertretend für mich (Dozent) sprechen. Ideal ist es natürlich, wenn im Tiermotiv eine Mimik, Handlung oder ein Verhalten zu erkennen ist, das eine unmittelbare Analogie zum Seminarthema möglich macht (z.B. eine Spinne, die ihr Netz zieht).

Quelle: ByTo.wi auf flickr.com – CommonCreative

 

Um die Urheber- und Verwertungsrechte der Fotoautoren zu wahren (vgl. hierzu meinen Beitrag „Urheberrecht in der Seminarplanung“), kann man in den meisten Portalen gezielt nach solchen Fotografien suchen, die unter der sogenannten „Creative Commons License“ ausgewiesen sind (erkennbar am CC-Symbol). Solche Fotografien unterliegen zwar weiterhin dem Urheberrecht des jeweiligen Bildautors, gelten aber als Open-Source und können unter Angabe des Namens und der CC-Lizenz frei genutzt werden (vgl. http://de.creativecommons.org/was-ist-cc).

Besonders reichhaltig sind die Portale flickr.com, fotocommunity.de, openphoto.net sowie die Meta-Suchmaske von Creativecommons. Viel Erfolg beim Stöbern!

Quelle: Benjamin Radzun auf flickr.com – CommonCreative
Quelle: Ulrich Iberer / methodium.de / CommonCreative2.0

 

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